Der Jahresbericht der Kreissynode 2009 [22 KB]
Im Berichtszeitraum hat die Arbeit der Telefonseelsorge eine positive Stabilisierung erfahren durch den Dienstbeginn von Frau Anne Höffkes als neue hauptamtliche Mitarbeiterin zum 01.01.2009. Damit sind nach einer 9-monatigen Vakanz alle Personalstellen wieder besetzt, wenn auch mit reduzierter Stundenzahl. Eine weitere Kürzung wäre nicht mehr vertretbar. Sonst würde die Aus- und Weiterbildung sowie die Begleitung der Ehrenamtlichen in ihrem Dienst nicht mehr gewährleistet.
Durch den Umzug in neue Räumlichkeiten sollen einerseits die Sachkosten stabil gehalten werden, andererseits braucht die Vertraulichkeit des Standortes einen stärkeren Schutz.
Zunehmend wird die Sicherstellung der Finanzierung eine besondere Herausforderung. Schon immer musste ein erheblicher Betrag (z. Zt. ca. 20.000,- Euro) durch Spenden eingeworben werden. Dieses Bemühen wird deutlich erschwert, weil sich immer mehr Institutionen um Spenden bemühen. So versuchen wir seit 1 ½ Jahren auch durch Benefizveranstaltungen Gelder ein zu werben. Besonders aber brauchen wir die Unterstützung der Basis. Und diese Basis sind die Kirchengemeinden, aus denen ja unsere Ehrenamtlichen kommen. Darum bitten wir herzlich, uns auch weiterhin mit Kollekten zu unterstützen. Für alle bisherige finanzielle Hilfestellung sei an dieser Stelle besonders gedankt.
Erfreulich ist, dass immer noch viele Menschen an der Mitarbeit bei der Telefonseel-sorge interessiert sind und wir in diesem Jahr 13 Personen nach Abschluss der Ausbildung in den Dienst am Telefon berufen können. Auch im kommenden Jahr wird es wieder eine neue Ausbildungsgruppe geben. Auf diese Weise steigt die Zahl der aktiven Ehrenamtlichen wieder auf 90 Personen. Dadurch ist die 24-stündige Telefon-Gesprächs-bereitschaft unserer Einrichtung gesichert.
Menschen können sich mit ihren Fragen und Problemen ja auch über email an die TS wenden. In dem Bereich – Telefonseelsorge im Internet – arbeiten in unserer Stelle acht Ehrenamtliche mit.
Das Aufkommen der Anrufe ist ungebrochen hoch. Im Schnitt erreichen unsere Stelle 25.000 bis 28.000 Anrufe pro Jahr. Die Anzahl der tatsächlichen Gespräche mit einer durchschnittlichen Dauer von 25 – 30 Minuten beträgt ca. 12.000 pro Jahr.
Das gesamtgesellschaftliche Phänomen, wonach immer mehr Menschen an psychischen Erkrankungen leiden, spiegelt sich auch bei unseren Anrufenden und im email-Bereich wieder.
Mit dem Verlust des Arbeitsplatzes und ohne Aussicht auf eine neue Stelle ist bei vielen Menschen das Lebenskonzept außer Kontrolle geraten und oft mit der Gefährdung des familiären Zusammenhaltes verbunden.
Desweiteren nimmt das Thema „Gewalt in der Familie“ einen immer breiteren Raum ein.
Die emotionalen Anforderungen an die Ehrenamtlichen sind gerade bei solchen Themen besonders groß.
Durch kontinuierliche themenbezogene Fortbildungen versuchen wir die Ehrenamtlichen für den Dienst am Telefon zu stärken. Leider wird die Motivation öfter auf den Prüfstand gestellt, wenn Jugendliche die kostenfreie Rufnummer für Scherze missbrauchen.
Andererseits ist immer wieder fest zu stellen, dass Jugendliche mit ihren Anrufen auch testen, ob sie ernst genommen werden, was ihnen ja sonst an vielen Stellen versagt wird.
Wesel, September 2009, Pfarrer Dieter Schütte, Superintendent
